
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 8
13 Da sagten die Pharisäer zu ihm: Du legst über dich selbst Zeugnis ab; dein Zeugnis ist nicht gültig. 14 Jesus antwortete ihnen: Auch wenn ich über mich selbst Zeugnis ablege, ist mein Zeugnis gültig, weil ich weiß, woher ich gekommen bin und wohin ich gehe. Ihr aber wisst nicht, woher ich komme und wohin ich gehe. 15 Ihr urteilt nach dem äußeren Eindruck, ich urteile über niemand. 16 Und wenn ich urteile, ist mein Urteil wahrheitsgemäß. Denn ich urteile nicht allein, sondern ich und der Vater, der mich gesandt hat. 17 Auch in euerem Gesetz heißt es, dass das Zeugnis zweier Menschen gültig ist. 18 Ich lege Zeugnis über mich ab und auch der Vater, der mich gesandt hat, legt Zeugnis über mich ab.
(Tract. xxxvi. 7) Aber wenn der Vater mit Dir ist, wie hat Er Dich dann gesandt? O Herr, Deine Sendung ist Deine Menschwerdung. Christus war hier nach dem Fleisch, ohne sich vom Vater zu entfernen, weil der Vater und der Sohn überall sind. Erröte, du Sabellianer; unser Herr sagt nicht: Ich bin der Vater, und Ich, dieselbe Person, bin der Sohn; sondern: Ich bin nicht allein, weil der Vater mit Mir ist. Unterscheide also die Personen und unterscheide die Geister: erkenne an, dass der Vater der Vater ist, der Sohn der Sohn: aber hüte dich zu sagen, der Vater sei größer, der Sohn geringer. Ihnen ist eine Substanz, eine Ewigkeit, vollkommene Gleichheit. Deshalb, sagt Er, ist Mein Gericht wahr, weil Ich der Sohn Gottes bin. Aber damit du verstehst, dass der Vater mit Mir ist, ziemt es dem Sohn nie, den Vater zu verlassen. Ich habe die Gestalt eines Knechtes angenommen; aber Ich habe nicht die Gestalt Gottes verloren. Er hatte vom Gericht gesprochen: jetzt spricht Er vom Zeugnis: Es steht auch in eurem Gesetz geschrieben, dass das Zeugnis zweier Menschen wahr ist.