
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Johannesevangelium 7
31 Aus der Menge glaubten viele an ihn und sagten: Wird der Messias, wenn er kommt, mehr Zeichen tun, als dieser getan hat? 32 Die Pharisäer hörten, was das Volk heimlich über ihn redete. Da schickten die Hohenpriester und Pharisäer Diener aus, um ihn festzunehmen. 33 Da sagte Jesus: Nur noch kurze Zeit bin ich unter euch. Dann gehe ich zu dem, der mich gesandt hat. 34 Ihr werdet mich suchen und nicht finden; und wo ich bin, dahin könnt ihr nicht kommen. 35 Da sagten die Juden zueinander: Wohin will er gehen, dass wir ihn nicht finden können? Will er vielleicht in die griechische Diaspora gehen und die Griechen lehren? 36 Was soll das bedeuten, dass er gesagt hat: Ihr werdet mich suchen und nicht finden, und wo ich bin, dahin könnt ihr nicht kommen?
(Hom. 1. 32.) Er will, dass sie ernsthaft bedenken, wie wenig Zeit er noch bei ihnen sein wird und welche Reue sie empfinden werden, wenn er fort ist und sie ihn nicht finden können. Ich gehe zu dem, der mich gesandt hat; das zeigt, dass ihm durch ihre Nachstellungen kein Unrecht geschah und dass sein Leiden freiwillig war. Die Worte hatten einige Wirkung auf die Juden, die einander fragten, wohin er gehen werde, was wie Personen war, die ihn loswerden wollten: Da sagten die Juden untereinander: Wohin will er gehen, dass wir ihn nicht finden werden? Will er zu den Zerstreuten unter den Heiden gehen und die Heiden lehren? In der Fülle ihrer Selbstzufriedenheit nannten sie sie Heiden, als Schimpfwort; die Heiden waren überall zerstreut; eine Schmach, die sie selbst später erlitten. Einst war die ganze Nation vereint; aber jetzt, da die Juden mit den Heiden in jedem Teil der Welt vermischt waren, hätte unser Herr nicht gesagt: Wohin ich gehe, könnt ihr nicht kommen, im Sinne eines Gehens zu den Heiden.