
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 7
31 Aus der Menge glaubten viele an ihn und sagten: Wird der Messias, wenn er kommt, mehr Zeichen tun, als dieser getan hat? 32 Die Pharisäer hörten, was das Volk heimlich über ihn redete. Da schickten die Hohenpriester und Pharisäer Diener aus, um ihn festzunehmen. 33 Da sagte Jesus: Nur noch kurze Zeit bin ich unter euch. Dann gehe ich zu dem, der mich gesandt hat. 34 Ihr werdet mich suchen und nicht finden; und wo ich bin, dahin könnt ihr nicht kommen. 35 Da sagten die Juden zueinander: Wohin will er gehen, dass wir ihn nicht finden können? Will er vielleicht in die griechische Diaspora gehen und die Griechen lehren? 36 Was soll das bedeuten, dass er gesagt hat: Ihr werdet mich suchen und nicht finden, und wo ich bin, dahin könnt ihr nicht kommen?
(Tract. xxxi. 9) Er sagt nicht: Wo ich sein werde, sondern: Wo ich bin. Denn Christus war immer dort an jenem Ort, wohin er zurückkehren wollte: Er kehrte so zurück, dass er uns nicht verließ. Sichtbar und dem Fleische nach war er auf Erden; nach seiner unsichtbaren Majestät war er im Himmel und auf Erden. Und wiederum heißt es nicht: Ihr werdet nicht können, sondern: Ihr könnt nicht kommen: denn sie waren zu jener Zeit nicht so, dass sie es konnten. Dass dies nicht dazu gemeint ist, Menschen zur Verzweiflung zu treiben, zeigt er, indem er dasselbe zu seinen Jüngern sagt: Wohin ich gehe, könnt ihr nicht kommen; und durch seine Erklärung zuletzt an Petrus: Wohin ich gehe, kannst du mir jetzt nicht folgen, aber du wirst mir später folgen.