
Hilarius von Poitiers
Catena Aurea · Johannesevangelium 7
25 Da sagten einige von den Leuten aus Jerusalem: Ist das nicht der, den sie töten wollen? 26 Und doch redet er in aller Öffentlichkeit und sie lassen ihn gewähren. Sollten denn die Oberen wirklich erkannt haben, dass er der Messias ist? 27 Aber von ihm wissen wir, woher er ist. Vom Messias jedoch, wenn er kommt, weiß niemand, woher er ist. 28 Da rief Jesus, während er im Tempel lehrte, laut aus: Ja, ihr kennt mich und wisst, woher ich bin. Und doch bin ich nicht von mir aus gekommen, sondern es gibt einen, der für die Wahrheit bürgt; er hat mich gesandt. Aber ihr kennt ihn nicht. 29 Ich kenne ihn, denn ich komme von ihm, und er hat mich gesandt. 30 Da wollten sie ihn festnehmen. Aber niemand legte Hand an ihn, weil seine Stunde noch nicht gekommen war.
(de Trin. ult. med.) Jeder Mensch, der im Fleisch geboren ist, ist in gewissem Sinne von Gott. Wie konnte er dann sagen, dass sie nicht wussten, wer er war und woher er war? Weil unser Herr hier auf seine eigene besondere Geburt von Gott Bezug nimmt, die sie nicht kannten, weil sie nicht wussten, dass er der Sohn Gottes war. Sein bloßes Sagen, dass sie nicht wussten, woher er war, sagte ihnen gerade, woher er war. Wenn sie nicht wussten, woher er war, konnte er nicht aus dem Nichts sein; denn dann gäbe es kein Woher, das man nicht wissen könnte. Er muss also von Gott sein. Und dann war das Nichtwissen, woher er ist, der Grund, dass sie nicht wussten, wer er ist. Der kennt den Sohn nicht, der seine Geburt vom Vater nicht kennt.