Theophylakt von Ohrid
Catena Aurea · Johannesevangelium 6
55 Denn mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise und mein Blut ist wahrhaft ein Trank. 56 Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, bleibt in mir und ich in ihm. 57 Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben. 58 Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist; (es ist) nicht wie jenes, das euere Väter gegessen haben und (doch) gestorben sind. Wer dieses Brot isst, wird in Ewigkeit leben. 59 Das sagte er, als er in der Synagoge zu Kafarnaum lehrte.
Denn wir essen nicht einfach Gott, da Gott unberührbar und unkörperlich ist; noch auch einfach das Fleisch eines Menschen, was uns nichts nützen würde. Aber da Gott das Fleisch zur Vereinigung mit sich angenommen hat, ist dieses Fleisch lebensspendend. Nicht dass es seine eigene Natur in die göttliche verwandelt hätte; sondern wie glühendes Eisen Eisen bleibt, mit der Wirkung der Hitze in ihm, so ist das Fleisch unseres Herrn lebensspendend, weil es das Fleisch des Wortes Gottes ist.