
Hilarius von Poitiers
Catena Aurea · Johannesevangelium 6
55 Denn mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise und mein Blut ist wahrhaft ein Trank. 56 Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, bleibt in mir und ich in ihm. 57 Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben. 58 Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist; (es ist) nicht wie jenes, das euere Väter gegessen haben und (doch) gestorben sind. Wer dieses Brot isst, wird in Ewigkeit leben. 59 Das sagte er, als er in der Synagoge zu Kafarnaum lehrte.
(de Trin. x. c. 18.) Er nennt sich selbst das Brot, weil er der Ursprung seines eigenen Leibes ist. Und damit nicht gedacht werde, die Kraft und Natur des Wortes sei dem Fleisch gewichen, nennt er das Brot sein Fleisch, damit, da das Brot vom Himmel herabkam, ersichtlich sei, dass sein Leib nicht aus menschlicher Empfängnis, sondern ein himmlischer Leib war. Zu sagen, dass das Brot sein eigenes ist, bedeutet zu erklären, dass das Wort seinen Leib selbst angenommen hat.