
Hilarius von Poitiers
Catena Aurea · Johannesevangelium 6
55 Denn mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise und mein Blut ist wahrhaft ein Trank. 56 Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, bleibt in mir und ich in ihm. 57 Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben. 58 Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist; (es ist) nicht wie jenes, das euere Väter gegessen haben und (doch) gestorben sind. Wer dieses Brot isst, wird in Ewigkeit leben. 59 Das sagte er, als er in der Synagoge zu Kafarnaum lehrte.
(vii. de Trin. c. 14) An der Wahrheit des Leibes und Blutes Christi bleibt also kein Raum zum Zweifeln: denn durch die Erklärung unseres Herrn selbst und durch die Lehre unseres eigenen Glaubens ist das Fleisch wirklich Fleisch und das Blut wirklich Blut. Dies ist also unser Lebensprinzip. Während wir im Fleisch sind, wohnt Christus in uns durch sein Fleisch. (c.14:19) Und wir werden durch ihn leben, so wie er lebt. Wenn wir also natürlich durch die Teilhabe an ihm nach dem Fleisch leben, so lebt auch er natürlich durch die Einwohnung des Vaters nach dem Geist. Seine Geburt gab ihm keine fremde oder andere Natur als die des Vaters.