
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Johannesevangelium 6
35 Jesus antwortete ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben. 36 Aber ich habe euch ja gesagt, dass ihr mich zwar gesehen habt, aber doch nicht glaubt. 37 Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mir kommen, und den, der zu mir kommt, werde ich gewiss nicht verstoßen. 38 Denn ich bin vom Himmel herabgekommen, nicht um meinen Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat. 39 Das aber ist der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich keinen von denen, die er mir gegeben hat, verliere, sondern dass ich sie auferwecke am Jüngsten Tag. 40 Denn das ist der Wille meines Vaters, dass jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, das ewige Leben hat und dass ich ihn auferwecke am Jüngsten Tag.
(Hom. xliv. 2) Der Ausdruck, dass der Vater Mir gibt, zeigt, dass es kein Zufall ist, ob ein Mensch glaubt oder nicht, und dass der Glaube nicht das Werk menschlichen Nachdenkens ist, sondern eine Offenbarung von oben erfordert und einen Geist, der andächtig genug ist, die Offenbarung zu empfangen. Nicht dass diejenigen frei von Schuld wären, denen der Vater nicht gibt, denn sie ermangeln sogar dessen, was in ihrer eigenen Macht liegt, des Willens zu glauben. Dies ist ein faktischer Tadel ihres Unglaubens, da es zeigt, dass wer nicht an Ihn glaubt, den Willen des Vaters übertritt. Paulus jedoch sagt, dass Er sie dem Vater übergibt: Wenn Er das Reich Gott, dem Vater, übergeben hat. (1 Kor. 15:24) Aber wie der Vater, indem Er gibt, nicht von Sich nimmt, so auch nicht der Sohn, wenn Er übergibt. Der Sohn wird gesagt, dem Vater zu übergeben, weil wir durch Ihn zum Vater gebracht werden. Und vom Vater lesen wir zugleich: Durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft Seines Sohnes. (1 Kor. 1:9) Wer also, sagt unser Herr, zu Mir kommt, wird gerettet werden, denn um solche zu retten, habe Ich Fleisch angenommen: Denn Ich bin vom Himmel herabgekommen, nicht um Meinen Willen zu tun, sondern den Willen Dessen, der Mich gesandt hat. Aber was? Hast du einen Willen, Er einen anderen? Nein, gewiss nicht. Beachte, was Er danach sagt: Und dies ist der Wille Dessen, der Mich gesandt hat, dass jeder, der den Sohn sieht und an Ihn glaubt, das ewige Leben habe. Und dies ist auch der Wille des Sohnes; Denn der Sohn macht lebendig, wen Er will. (c. 5:21) Er sagt also: Ich bin gekommen, nichts zu tun als was der Vater will, denn Ich habe keinen Willen, der von dem Meines Vaters verschieden ist: Alles, was der Vater hat, ist Mein. Aber dies jetzt nicht: Er spart diese höheren Wahrheiten für das Ende Seines Dienstes auf.