
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Johannesevangelium 6
28 Da fragten sie ihn: Was sollen wir tun, um die Werke Gottes zu vollbringen? 29 Jesus antwortete ihnen: Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat. 30 Da sagten sie zu ihm: Was für ein Zeichen tust denn du, dass wir es sehen und dir glauben? Was tust du? 31 Unsere Väter haben das Manna in der Wüste gegessen, wie geschrieben steht: Brot vom Himmel gab er ihnen zu essen. 32 Da sagte Jesus zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel. 33 Denn das Brot Gottes ist der, der vom Himmel herabkommt und der Welt Leben gibt. 34 Da sagten sie zu ihm: Herr, gib uns immer dieses Brot!
(Hom. xxv. 1) Unser Herr hätte antworten können, dass Er größere Wunder als Mose getan habe; aber es war nicht die Zeit für eine solche Erklärung. Eines wünschte Er, nämlich sie dazu zu bringen, die geistliche Speise zu kosten: Da sagte Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Mose gab euch nicht das Brot vom Himmel; sondern Mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel. Kam das Manna nicht vom Himmel? Ja, aber in welchem Sinne? In demselben, in dem die Vögel die Vögel des Himmels genannt werden; und ebenso wie im Psalm gesagt wird: Der Herr donnerte vom Himmel. (Ps 17) Er nennt es das wahre Brot, nicht weil das Wunder des Manna falsch war, sondern weil es die Figur war, nicht die Wirklichkeit. Er sagt auch nicht: Mose gab es euch nicht, sondern Ich; sondern Er setzt Gott für Mose, Sich selbst für das Manna.