
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 5
30 Ich kann nichts aus mir selbst tun. Wie ich höre, richte ich, und mein Gericht ist gerecht. Denn ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.
(Tr. xix. 19.) Ich suche also nicht meinen eigenen Willen, d. h. den Willen des Menschensohnes, im Gegensatz zu Gott; denn Menschen tun ihren eigenen Willen, nicht Gottes, wenn sie, um zu tun, was sie wünschen, Gottes Gebote übertreten. Aber wenn sie so tun, was sie wünschen, dass sie gleichzeitig den Willen Gottes befolgen, tun sie nicht ihren eigenen Willen. Oder: Ich suche nicht meinen eigenen Willen: d. h. weil ich nicht von mir selbst bin, sondern vom Vater.