
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Johannesevangelium 5
19 Da antwortete ihnen Jesus: Amen, amen, ich sage euch: Der Sohn kann von sich aus nichts tun, was er nicht den Vater tun sieht. Denn was jener tut, das tut der Sohn in gleicher Weise. 20 Denn der Vater liebt den Sohn und zeigt ihm alles, was er selbst tut. Und er wird ihm noch größere Werke als diese zeigen, sodass ihr euch wundern werdet.
(Hom. xxxviii. 4) Oder so: Dass der Sohn nichts von sich aus tun kann, muss so verstanden werden, dass Er nichts tun kann, was dem Vater entgegengesetzt oder missfällig ist. Und deshalb sagt Er nicht, dass Er nichts Entgegengesetztes tut, sondern dass Er nichts tun kann; um seine vollkommene Ähnlichkeit und absolute Gleichheit mit dem Vater zu zeigen. Und dies ist kein Zeichen von Schwäche im Sohn, sondern eher von Güte. Denn wie wenn wir sagen, dass es für Gott unmöglich ist zu sündigen, wir Ihn nicht der Schwäche bezichtigen, sondern von einer gewissen unaussprechlichen Güte Zeugnis geben; so bedeutet es, wenn der Sohn sagt: Ich kann nichts von Mir aus tun, nur, dass Er nichts tun kann, was dem Vater entgegengesetzt ist.