
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 5
19 Da antwortete ihnen Jesus: Amen, amen, ich sage euch: Der Sohn kann von sich aus nichts tun, was er nicht den Vater tun sieht. Denn was jener tut, das tut der Sohn in gleicher Weise. 20 Denn der Vater liebt den Sohn und zeigt ihm alles, was er selbst tut. Und er wird ihm noch größere Werke als diese zeigen, sodass ihr euch wundern werdet.
(contra Serm. Arianorum, c. 9. [xiv.]) Dies ist kein Zeichen eines Mangels in Ihm, sondern seines Bleibens in seiner Geburt vom Vater. Und es ist ein ebenso hohes Attribut des Allmächtigen, dass Er sich nicht ändert, wie dass Er nicht stirbt. Der Sohn könnte tun, was Er den Vater nicht tun sah, wenn Er tun könnte, was der Vater nicht durch Ihn tut; d. h. wenn Er sündigen könnte: eine Annahme, die mit der unwandelbar guten Natur, die vom Vater gezeugt wurde, unvereinbar ist. Das kann Er nicht; dies ist also von Ihm zu verstehen, nicht im Sinne eines Mangels, sondern der Macht.