
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Johannesevangelium 5
14 Später traf ihn Jesus im Tempel und sagte zu ihm: Nun bist du gesund; sündige nicht mehr, damit dir nicht Schlimmeres widerfährt. 15 Da ging der Mann fort und sagte den Juden, dass es Jesus war, der ihn gesund gemacht hatte. 16 Daraufhin verfolgten die Juden Jesus, weil er das an einem Sabbat getan hatte. 17 Jesus aber hielt ihnen entgegen: Mein Vater wirkt bis jetzt und auch ich wirke. 18 Deshalb trachteten die Juden noch mehr danach, ihn zu töten, weil er nicht nur den Sabbat brach, sondern auch Gott seinen Vater nannte und sich damit Gott gleichstellte.
(Hom. xxxviii. 2) Christus verteidigte seine Jünger, indem er das Beispiel ihres Mitknechts David anführte: aber er verteidigt sich selbst mit einem Hinweis auf den Vater. Wir können auch bemerken, dass er sich nicht als Mensch verteidigt, noch rein als Gott, sondern bald als der eine, bald als der andere; er will, dass beides geglaubt wird, sowohl die Ökonomie seiner Erniedrigung als auch die Würde seiner Gottheit; deshalb zeigt er seine Gleichheit mit dem Vater, sowohl indem er ihn nachdrücklich seinen Vater nennt (Mein Vater), als auch indem er erklärt, dass er dasselbe tut, was der Vater tut (Und ich wirke). Daher folgt: Die Juden suchten ihn umso mehr zu töten, weil er nicht nur den Sabbat gebrochen, sondern auch gesagt hatte, dass Gott sein Vater sei.