
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 5
14 Später traf ihn Jesus im Tempel und sagte zu ihm: Nun bist du gesund; sündige nicht mehr, damit dir nicht Schlimmeres widerfährt. 15 Da ging der Mann fort und sagte den Juden, dass es Jesus war, der ihn gesund gemacht hatte. 16 Daraufhin verfolgten die Juden Jesus, weil er das an einem Sabbat getan hatte. 17 Jesus aber hielt ihnen entgegen: Mein Vater wirkt bis jetzt und auch ich wirke. 18 Deshalb trachteten die Juden noch mehr danach, ihn zu töten, weil er nicht nur den Sabbat brach, sondern auch Gott seinen Vater nannte und sich damit Gott gleichstellte.
(Tr. xvii. s. 16) d. h. nicht im sekundären Sinn, in dem es von uns allen gilt, sondern als Gleichheit implizierend. Denn wir alle sagen zu Gott: Unser Vater, der du bist im Himmel. (Mt 6) Und die Juden sagen: Du bist unser Vater. (Jes 63,16) Sie waren also nicht erzürnt, weil er Gott seinen Vater nannte, sondern weil er ihn in einem anderen Sinn nannte als die Menschen.