
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Johannesevangelium 4
46 Er kam nun wiederum nach Kana in Galiläa, wo er das Wasser in Wein verwandelt hatte.In Kafarnaum lebte ein königlicher Beamter, dessen Sohn krank war. 47 Als er hörte, dass Jesus von Judäa nach Galiläa gekommen war, begab er sich zu ihm und bat ihn, hinabzukommen und seinen Sohn zu heilen; denn er lag im Sterben. 48 Da sagte Jesus zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, glaubt ihr nicht. 49 Der königliche Beamte bat ihn: Herr, komm herab, bevor mein Kind stirbt. 50 Jesus sagte zu ihm: Geh, dein Sohn lebt! Der Mann glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm gesagt hatte, und ging. 51 Während er noch unterwegs war, kamen ihm bereits seine Diener mit der Meldung entgegen, dass sein Sohn lebe. 52 Da erkundigte er sich bei ihnen nach der Stunde, in der die Besserung eingetreten war. Sie antworteten ihm: Gestern um die siebte Stunde verließ ihn das Fieber. 53 Da erkannte der Vater, dass es in eben dieser Stunde war, in der Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt! Und er wurde gläubig mit seinem ganzen Haus. 54 Das wiederum tat Jesus als zweites Zeichen, nachdem er von Judäa nach Galiläa gekommen war.
(Hom. xxxv. 2) Einige denken, dass er derselbe Hauptmann ist, der bei Matthäus erwähnt wird. (Mt 8,5) Aber dass er eine andere Person ist, wird daraus deutlich; dass der letztere, als Christus zu seinem Haus kommen wollte, Ihn nicht bat; während der erstere Christus zu seinem Haus brachte, obwohl er keine Verheißung einer Heilung erhalten hatte. Und der letztere begegnete Jesus auf Seinem Weg vom Berg nach Kapernaum; während der erstere zu Jesus nach Kana kam. Und der letztere Diener war mit Lähmung bettlägerig, der Sohn des ersteren mit Fieber. Von diesem Hauptmann lesen wir also: Als er hörte, dass Jesus aus Judäa nach Galiläa gekommen war, ging er zu Ihm und bat Ihn, dass Er seinen Sohn heilen möge; denn er war dem Tode nahe.