
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 4
46 Er kam nun wiederum nach Kana in Galiläa, wo er das Wasser in Wein verwandelt hatte.In Kafarnaum lebte ein königlicher Beamter, dessen Sohn krank war. 47 Als er hörte, dass Jesus von Judäa nach Galiläa gekommen war, begab er sich zu ihm und bat ihn, hinabzukommen und seinen Sohn zu heilen; denn er lag im Sterben. 48 Da sagte Jesus zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, glaubt ihr nicht. 49 Der königliche Beamte bat ihn: Herr, komm herab, bevor mein Kind stirbt. 50 Jesus sagte zu ihm: Geh, dein Sohn lebt! Der Mann glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm gesagt hatte, und ging. 51 Während er noch unterwegs war, kamen ihm bereits seine Diener mit der Meldung entgegen, dass sein Sohn lebe. 52 Da erkundigte er sich bei ihnen nach der Stunde, in der die Besserung eingetreten war. Sie antworteten ihm: Gestern um die siebte Stunde verließ ihn das Fieber. 53 Da erkannte der Vater, dass es in eben dieser Stunde war, in der Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt! Und er wurde gläubig mit seinem ganzen Haus. 54 Das wiederum tat Jesus als zweites Zeichen, nachdem er von Judäa nach Galiläa gekommen war.
(Tr. xvi. c. 3) Glaubte der, der diese Bitte vorbrachte, nicht? Beachte, was unser Herr sagt: Da sprach Jesus zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, so glaubt ihr nicht. Das heißt, den Mann entweder der Lauheit oder der Kälte des Glaubens oder des gänzlichen Mangels an Glauben zu beschuldigen: als ob sein einziges Ziel wäre, Christi Macht auf die Probe zu stellen und zu sehen, wer und was für eine Person Christus war und was Er tun konnte. Das Wort Wunder (prodigium) bezeichnet etwas weit Entferntes, in der Zukunft.