
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Johannesevangelium 4
35 Sagt ihr nicht: Noch vier Monate dauert es, dann kommt die Ernte? Ich sage euch: Blickt umher und seht, die Felder sind weiß, reif zur Ernte. 36 Schon empfängt der Schnitter Lohn und sammelt Frucht ein für das ewige Leben; so freuen sich gemeinsam der Sämann und der Schnitter. 37 Denn hier bewahrheitet sich das Sprichwort: Einer sät, ein anderer erntet. 38 Ich habe euch ausgesandt zu ernten, wofür ihr nicht gearbeitet habt. Andere haben gearbeitet und ihr seid in ihre Arbeit eingetreten.
(Hom. xxxiv. 2) Wiederum unterscheidet er Irdisches von Himmlischem, denn wie er oben vom Wasser sagte, dass, wer davon trinkt, nie mehr dürsten wird, so sagt er hier: Wer erntet, sammelt Frucht zum ewigen Leben; und fügt hinzu, dass sich beide freuen, der da sät und der da erntet. Die Propheten säten, die Apostel ernteten, doch sind jene nicht ihres Lohnes beraubt. Denn hier wird etwas Neues verheißen; nämlich dass sowohl Säer als auch Erntende sich gemeinsam freuen sollen. Wie verschieden ist das von dem, was wir hier sehen. Jetzt trauert der, der sät, weil er für andere sät, und nur der, der erntet, freut sich. Aber im neuen Zustand haben Säer und Erntender denselben Lohn.