
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Johannesevangelium 4
13 Jesus antwortete ihr: Jeder, der von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen. 14 Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird in Ewigkeit nicht mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zu einer Quelle werden, deren Wasser in das ewige Leben sprudelt. 15 Da sagte die Frau zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich keinen Durst mehr habe und nicht mehr hierher zu kommen brauche, um zu schöpfen. 16 Er sagte zu ihr: Geh, ruf deinen Mann und komm wieder her! 17 Die Frau antwortete: Ich habe keinen Mann. Jesus sagte zu ihr: Du hast richtig gesagt: Ich habe keinen Mann. 18 Denn fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann. Da hast du die Wahrheit gesagt.
(Hom. xxxii. 1) Sieh, wie die Frau stufenweise zur höchsten Lehre geführt wird. Zuerst hielt sie Ihn für einen laxen Juden. Dann, als sie vom lebendigen Wasser hörte, dachte sie, es sei materielles Wasser gemeint. Später versteht sie es als geistlich gesprochen und glaubt, dass es den Durst stillen kann, aber sie weiß noch nicht, was es ist, sondern versteht nur, dass es materiellen Dingen überlegen war: Die Frau spricht zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich nicht dürste und nicht hierher kommen muss, um zu schöpfen. Beachte, sie zieht Ihn dem Patriarchen Jakob vor, den sie so sehr verehrte.