
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 4
1 Als Jesus erfuhr, dass den Pharisäern zu Ohren gekommen war, er gewinne und taufe mehr Jünger als Johannes -- 2 doch taufte Jesus nicht selbst, sondern seine Jünger --, 3 verließ er Judäa und begab sich wieder nach Galiläa. 4 Er musste aber durch Samarien reisen. 5 So kam er zu einer Stadt in Samarien namens Sychar in der Nähe des Grundstücks, das Jakob seinem Sohn Josef geschenkt hatte. 6 Dort war der Jakobsbrunnen. Jesus, müde von der Wanderung, ließ sich am Brunnen nieder. Es war ungefähr die sechste Stunde.
(Tr. xv. c. 7) Seine Reise ist seine Annahme des Fleisches um unseretwillen. Denn wohin geht er, der allgegenwärtig ist? Was ist das anderes, als dass es für ihn notwendig war, um zu uns zu kommen, sichtbar eine Gestalt des Fleisches anzunehmen? Was bedeutet also sein Ermüdetsein von der Reise, wenn nicht, dass er vom Fleisch ermüdet ist? Und warum ist es die sechste Stunde? Weil es das sechste Zeitalter der Welt ist. Zähle einzeln als Stunden: das erste Zeitalter von Adam bis Noah, das zweite von Noah bis Abraham, das dritte von Abraham bis David, das vierte von David bis zur Wegführung nach Babylon, das fünfte von dort bis zur Taufe des Johannes; nach dieser Berechnung ist die gegenwärtige Zeit die sechste Stunde.