
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Johannesevangelium 3
27 Johannes antwortete: Kein Mensch kann sich etwas nehmen, wenn es ihm nicht vom Himmel gegeben ist. 28 Ihr selbst seid meine Zeugen, dass ich gesagt habe: Ich bin nicht der Messias, sondern nur vor ihm her gesandt. 29 Wer die Braut hat, ist der Bräutigam. Der Freund des Bräutigams aber, der dabeisteht und ihn hört, freut sich herzlich über die Stimme des Bräutigams. Diese meine Freude ist jetzt in Erfüllung gegangen. 30 Jener muss wachsen, ich aber abnehmen.
(Hom. xxix. 3) Oder so: Der Ausdruck „der steht“ ist nicht ohne Bedeutung, sondern zeigt an, dass seine Rolle nun vorüber ist und er für die Zukunft stehen und zuhören muss. Dies ist ein Übergang vom Gleichnis zum eigentlichen Thema. Denn nachdem er das Bild einer Braut und eines Bräutigams eingeführt hat, zeigt er, wie die Ehe vollzogen wird, nämlich durch Wort und Lehre. Der Glaube kommt aus der Predigt, die Predigt aber durch das Wort Gottes. (Röm. 10,17) Und da die Dinge, auf die er gehofft hatte, eingetreten sind, fügt er hinzu: Diese meine Freude ist daher erfüllt; d. h. Das Werk, das ich zu tun hatte, ist vollendet, und nichts weiter ist übrig, das ich tun kann.