
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 20
1 Am ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala in aller Frühe, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war. 2 Da kam sie zu Simon Petrus gelaufen und zu dem anderen Jünger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Man hat den Herrn aus dem Grab weggenommen, und wir wissen nicht, wohin man ihn gelegt hat. 3 Da machten sich Petrus und der andere Jünger auf und gingen zum Grab. 4 Die beiden liefen miteinander, aber der andere Jünger war schneller als Petrus und kam zuerst an das Grab. 5 Er beugte sich vor und sah die Leinenbinden daliegen; hinein ging er jedoch nicht. 6 Dann kam auch Petrus hinter ihm her. Er ging in das Grab hinein und sah die Leinenbinden daliegen 7 und das Schweißtuch, das seinen Kopf bedeckt hatte; aber es lag nicht bei den Leinenbinden, sondern für sich zusammengefaltet an einer besonderen Stelle. 8 Hierauf ging auch der andere Jünger, der zuerst zum Grab gekommen war, hinein und sah und glaubte. 9 Denn noch hatten sie die Schrift nicht verstanden, dass er von den Toten auferstehen musste.
(Tract. cxxii) D. h. dass Jesus auferstanden war, meinen einige: aber was folgt, widerspricht dieser Vorstellung. Er sah das leere Grab und glaubte, was die Frau gesagt hatte: Denn sie wussten noch nicht die Schrift, dass er von den Toten auferstehen musste. Wenn er noch nicht wusste, dass er von den Toten auferstehen musste, konnte er nicht glauben, dass er auferstanden war. Sie hatten es zwar von unserem Herrn gehört, und sehr offen, aber sie waren so daran gewöhnt, Gleichnisse von ihm zu hören, dass sie dies für ein Gleichnis hielten und dachten, er meine etwas anderes.