
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Johannesevangelium 2
5 Da sagte seine Mutter zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut! 6 Es standen dort sechs steinerne Wasserkrüge für die bei den Juden übliche Reinigung; sie fassten ungefähr hundert Liter. 7 Jesus sagt zu ihnen: Füllt die Krüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis zum Rand. 8 Er sagte zu ihnen: Schöpft jetzt und bringt es dem Tafelmeister. Sie brachten es ihm. 9 Als aber der Tafelmeister von dem zu Wein gewordenen Wasser gekostet hatte, ohne von seiner Herkunft zu wissen -- die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es --, rief der Tafelmeister den Bräutigam herbei 10 und sagte zu ihm: Jedermann setzt zuerst den guten Wein vor, und wenn sie trunken sind, den geringeren. Du hast den guten Wein bis jetzt zurückgehalten. 11 Damit begann Jesus seine Zeichen in Kana in Galiläa und offenbarte seine Herrlichkeit und seine Jünger glaubten an ihn.
(Hom. xx) Sollte jemand sagen, dass es nicht genügend Beweis dafür gibt, dass dies der Anfang der Wunder war, weil hinzugefügt wird: in Kana in Galiläa, als ob einige anderswo vorgezogen worden wären: Wir antworten, wie wir es zuvor taten, dass Johannes weiter unten sagt: Damit er Israel offenbart werde, darum bin ich gekommen zu taufen. (c. 1) (Hom. xxi. 2). Wenn er nun im früheren Teil seines Lebens Wunder gewirkt hätte, hätten die Juden keine andere Person gebraucht, um ihn zu bezeichnen. Wenn unser Herr in kurzer Zeit so berühmt wurde durch die Zahl seiner Wunder, dass sein Name jedem bekannt war, wäre er dann nicht viel mehr bekannt gewesen, wenn er von seinen frühesten Jahren an Wunder gewirkt hätte? Denn die Dinge selbst wären außergewöhnlicher gewesen, da sie von einem Kind vollbracht wurden, und wären in so langer Zeit notorisch geworden. Es war jedoch angemessen und richtig, dass er nicht in so frühem Alter begann, Wunder zu wirken; denn die Menschen hätten die Menschwerdung für eine Einbildung gehalten und ihn in äußerster Missgunst vor der festgesetzten Zeit zur Kreuzigung ausgeliefert.