
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 2
5 Da sagte seine Mutter zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut! 6 Es standen dort sechs steinerne Wasserkrüge für die bei den Juden übliche Reinigung; sie fassten ungefähr hundert Liter. 7 Jesus sagt zu ihnen: Füllt die Krüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis zum Rand. 8 Er sagte zu ihnen: Schöpft jetzt und bringt es dem Tafelmeister. Sie brachten es ihm. 9 Als aber der Tafelmeister von dem zu Wein gewordenen Wasser gekostet hatte, ohne von seiner Herkunft zu wissen -- die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es --, rief der Tafelmeister den Bräutigam herbei 10 und sagte zu ihm: Jedermann setzt zuerst den guten Wein vor, und wenn sie trunken sind, den geringeren. Du hast den guten Wein bis jetzt zurückgehalten. 11 Damit begann Jesus seine Zeichen in Kana in Galiläa und offenbarte seine Herrlichkeit und seine Jünger glaubten an ihn.
(Tr. ix) Dieses Wunder unseres Herrn, die Verwandlung von Wasser in Wein, ist kein Wunder für diejenigen, die wissen, dass Gott es gewirkt hat. Denn derselbe, der an jenem Tag Wein in den Wasserkrügen machte, macht jedes Jahr Wein in der Rebe; nur ist letzteres nicht mehr wunderbar, weil es gleichförmig geschieht. Und deshalb hält Gott einige außergewöhnliche Taten für bestimmte Gelegenheiten bereit, um die Menschen aus ihrer Lethargie aufzurütteln und sie dazu zu bringen, ihn anzubeten. So folgt: Er offenbarte seine Herrlichkeit.