
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Johannesevangelium 2
1 Am dritten Tag fand in Kana in Galiläa eine Hochzeit statt und die Mutter Jesu war dabei. 2 Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit eingeladen. 3 Als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. 4 Jesus erwiderte ihr: Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.
(Hom. xxi. 1, 2) Aber wie kam es der Mutter in den Sinn, eine so große Sache von ihrem Sohn zu erwarten? Denn Er hatte noch kein Wunder getan; wie wir später lesen: Dieses Anfang der Wunder tat Jesus. Seine wahre Natur jedoch begann nun durch Johannes und Seine eigenen Gespräche mit Seinen Jüngern offenbart zu werden; außerdem hatten Seine Empfängnis und die Umstände Seiner Geburt von Anfang an hohe Erwartungen in ihrem Geist geweckt: wie Lukas uns sagt, bewahrte Seine Mutter alle diese Worte in ihrem Herzen. (Lukas 2:51) Warum bat sie Ihn dann nie zuvor, ein Wunder zu wirken? Weil die Zeit nun gekommen war, dass Er bekannt gemacht werden sollte. Zuvor hatte Er so sehr wie ein gewöhnlicher Mensch gelebt, dass sie nicht den Mut gehabt hatte, Ihn zu bitten. Nun aber, da sie hörte, dass Johannes Zeugnis für Ihn abgelegt hatte und dass Er Jünger hatte, bittet sie Ihn zuversichtlich.