Beda Venerabilis
Catena Aurea · Johannesevangelium 2
1 Am dritten Tag fand in Kana in Galiläa eine Hochzeit statt und die Mutter Jesu war dabei. 2 Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit eingeladen. 3 Als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. 4 Jesus erwiderte ihr: Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.
(in loc.) Es ist auch nicht ohne geheimnisvolle Anspielung, dass die Hochzeit als am dritten Tag stattfindend berichtet wird. Das erste Zeitalter der Welt, vor der Gabe des Gesetzes, wurde durch das Beispiel der Patriarchen erleuchtet; das zweite, unter dem Gesetz, durch die Schriften der Propheten; das dritte, unter der Gnade, durch die Predigt der Evangelisten, gleichsam durch das Licht des dritten Tages; denn unser Herr war nun im Fleisch erschienen. Auch der Name des Ortes, wo die Hochzeit stattfand, Kana in Galiläa, was „Verlangen nach Auswanderung“ bedeutet, hat eine typische Bedeutung, nämlich dass jene Christi am würdigsten sind, die von frommen Wünschen brennen und den Übergang vom Laster zur Tugend, vom Irdischen zum Ewigen erkannt haben. Der Wein ging aus, um unserem Herrn die Gelegenheit zu geben, besseren zu machen; damit so die Herrlichkeit Gottes im Menschen aus ihrem Verborgenen hervorgebracht werde: Und als der Wein ausging, spricht die Mutter Jesu zu Ihm: Sie haben keinen Wein.