
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Johannesevangelium 18
28 Sie brachten nun Jesus von Kajaphas in das Prätorium; es war früh am Morgen. Sie selbst gingen nicht in das Prätorium hinein, um nicht unrein zu werden, sondern das Paschamahl essen zu können. 29 Pilatus kam zu ihnen heraus und sagte: Was für eine Anklage habt ihr gegen diesen Menschen vorzubringen? 30 Sie antworteten ihm: Wenn er kein Verbrecher wäre, hätten wir ihn dir nicht ausgeliefert. 31 Da sagte Pilatus zu ihnen: Nehmt ihr ihn und richtet ihn nach euerem Gesetz! Die Juden antworteten ihm: Wir haben nicht das Recht, jemand hinzurichten. 32 So sollte sich das Wort Jesu erfüllen, mit dem er angedeutet hatte, auf welche Weise er sterben werde.
(Hom. lxxxiii. 4) Oder es war ihnen nach römischem Recht nicht erlaubt, ihn selbst zu töten. Oder da Pilatus gesagt hatte: Richtet ihn nach eurem Gesetz, antworten sie: Es ist uns nicht erlaubt: Seine Sünde ist keine jüdische, er hat nicht nach unserem Gesetz gesündigt: Sein Vergehen ist politisch, er nennt sich selbst einen König. Oder sie wollten, dass er gekreuzigt werde, um dem Tod Schande hinzuzufügen: da es ihnen selbst nicht erlaubt war, auf diese Weise zu töten. Sie töteten auf andere Weise, wie wir bei der Steinigung des Stephanus sehen: Damit das Wort Jesu erfüllt würde, das er sprach, um anzudeuten, welchen Todes er sterben sollte. Was erfüllt wurde dadurch, dass er gekreuzigt wurde, oder dadurch, dass er sowohl von Heiden als auch von Juden getötet wurde.