
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 18
28 Sie brachten nun Jesus von Kajaphas in das Prätorium; es war früh am Morgen. Sie selbst gingen nicht in das Prätorium hinein, um nicht unrein zu werden, sondern das Paschamahl essen zu können. 29 Pilatus kam zu ihnen heraus und sagte: Was für eine Anklage habt ihr gegen diesen Menschen vorzubringen? 30 Sie antworteten ihm: Wenn er kein Verbrecher wäre, hätten wir ihn dir nicht ausgeliefert. 31 Da sagte Pilatus zu ihnen: Nehmt ihr ihn und richtet ihn nach euerem Gesetz! Die Juden antworteten ihm: Wir haben nicht das Recht, jemand hinzurichten. 32 So sollte sich das Wort Jesu erfüllen, mit dem er angedeutet hatte, auf welche Weise er sterben werde.
(Tr. cxiv. 4) Aber gebot nicht das Gesetz, Übeltäter nicht zu verschonen, besonders Betrüger wie sie Ihn für einen hielten? Wir müssen sie jedoch so verstehen, dass die Heiligkeit des Tages, den sie zu feiern begannen, es unrechtmäßig machte, einen Menschen zu töten. Habt ihr denn durch eure Bosheit so den Verstand verloren, dass ihr glaubt, frei von der Befleckung unschuldigen Blutes zu sein, weil ihr es einem anderen zur Vergießung übergebt?