
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 16
5 Jetzt aber gehe ich zu dem, der mich gesandt hat, und keiner von euch fragt mich: Wohin gehst du? 6 Sondern weil ich euch das gesagt habe, hat die Traurigkeit euer Herz erfüllt. 7 Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, wird der Beistand nicht zu euch kommen. Wenn ich aber weggehe, werde ich ihn zu euch senden. 8 Und wenn er kommt, wird er der Welt die Augen öffnen über Sünde, Gerechtigkeit und Gericht. 9 Über Sünde, weil sie nicht an mich glauben; 10 über Gerechtigkeit, weil ich zum Vater gehe und ihr mich nicht mehr seht; 11 über Gericht, weil der Fürst der Welt gerichtet ist.
(de Verb. Dom. s. lxi) Oder so: Sie glaubten nicht, Er ging zum Vater. Ihr also war die Sünde, Seine die Gerechtigkeit. Aber dass Er vom Vater zu uns kam, war Barmherzigkeit; dass Er zum Vater ging, war Gerechtigkeit; nach dem Wort des Apostels: Darum hat Gott Ihn auch hoch erhoben. (Phil. 2,9) Aber wenn Er allein zum Vater ging, was nützt es uns? Ist Er nicht vielmehr allein in dem Sinne, dass Er eins ist mit allen Seinen Gliedern, wie das Haupt mit dem Leib? So wird also die Welt überführt von der Sünde in denen, die nicht an Christus glauben; und von der Gerechtigkeit in denen, die in den Gliedern Christi auferstehen. Es folgt: Von dem Gericht, weil der Fürst dieser Welt gerichtet ist: d. h. der Teufel, der Fürst der Gottlosen, die im Herzen nur in dieser Welt wohnen, die sie lieben. (s. lx). Er ist gerichtet, indem er ausgestoßen wird; und die Welt wird von diesem Gericht überführt; denn vergeblich beklagt sich einer, der nicht an Christus glaubt, über den Teufel, den gerichteten, d. h. ausgestoßenen und nur zu unserer Prüfung von außen angreifen gelassenen, nicht nur Männer, sondern auch Frauen, Knaben und Mädchen durch das Martyrium überwunden haben.