
Hilarius von Poitiers
Catena Aurea · Johannesevangelium 10
31 Da hoben die Juden wiederum Steine auf, um ihn zu steinigen. 32 Jesus antwortete ihnen: Viele gute Werke habe ich euch gezeigt, die der Vater durch mich vollbringt. Für welches dieser Werke wollt ihr mich steinigen? 33 Die Juden antworteten ihm: Nicht wegen eines guten Werkes wollen wir dich steinigen, sondern wegen Lästerung: weil du, der du ein Mensch bist, dich zu Gott machst. 34 Jesus antwortete ihnen: Steht nicht in euerem Gesetz geschrieben: Ich habe gesagt: Götter seid ihr? 35 Wenn er jene, an die das Wort Gottes ergangen ist, Götter genannt hat und die Schrift doch nicht ihre Geltung verlieren kann, 36 wollt ihr dann zu dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat, sagen: Du lästerst -- weil ich gesagt habe: Ich bin Gottes Sohn? 37 Wenn ich nicht die Werke meines Vaters vollbringe, dann braucht ihr mir nicht zu glauben. 38 Wenn ich sie aber vollbringe, dann glaubt -- wenn ihr mir nicht glauben wollt -- den Werken, damit ihr erkennt und einseht, dass in mir der Vater ist und ich im Vater bin.
(vii. de Trin. 26) Welchen Platz hätte dann die Annahme an Kindesstatt oder die bloße Vorstellung eines Namens, dass wir nicht glauben sollten, Er sei von Natur aus der Sohn Gottes, wenn Er uns sagt, wir sollen glauben, dass Er der Sohn Gottes ist, weil die Natur des Vaters sich in Ihm durch Seine Werke offenbarte? Ein Geschöpf ist Gott nicht gleich und ähnlich: keine andere Natur hat eine dem Göttlichen vergleichbare Macht. Er erklärt, dass Er nicht Sein eigenes Werk vollbringt, sondern das des Vaters, damit in der Größe der Werke nicht die Geburt Seiner Natur vergessen werde. Und da unter dem Sakrament der Annahme eines menschlichen Leibes im Schoß Marias der Sohn Gottes nicht erkannt wurde, muss dies aus Seinem Werk erschlossen werden; Wenn Ich sie aber tue, so glaubt, wenn ihr auch Mir nicht glaubt, doch den Werken. Warum hindert das Sakrament einer menschlichen Geburt das Verständnis des Göttlichen, wenn die göttliche Geburt all ihr Werk mit Hilfe des Menschlichen vollbringt? Dann sagt Er ihnen, was sie aus Seinen Werken schließen sollen: Damit ihr erkennt und glaubt, dass der Vater in Mir ist und Ich in Ihm. Dieselbe Erklärung wieder: Ich bin der Sohn Gottes: Ich und der Vater sind eins.