
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 10
31 Da hoben die Juden wiederum Steine auf, um ihn zu steinigen. 32 Jesus antwortete ihnen: Viele gute Werke habe ich euch gezeigt, die der Vater durch mich vollbringt. Für welches dieser Werke wollt ihr mich steinigen? 33 Die Juden antworteten ihm: Nicht wegen eines guten Werkes wollen wir dich steinigen, sondern wegen Lästerung: weil du, der du ein Mensch bist, dich zu Gott machst. 34 Jesus antwortete ihnen: Steht nicht in euerem Gesetz geschrieben: Ich habe gesagt: Götter seid ihr? 35 Wenn er jene, an die das Wort Gottes ergangen ist, Götter genannt hat und die Schrift doch nicht ihre Geltung verlieren kann, 36 wollt ihr dann zu dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat, sagen: Du lästerst -- weil ich gesagt habe: Ich bin Gottes Sohn? 37 Wenn ich nicht die Werke meines Vaters vollbringe, dann braucht ihr mir nicht zu glauben. 38 Wenn ich sie aber vollbringe, dann glaubt -- wenn ihr mir nicht glauben wollt -- den Werken, damit ihr erkennt und einseht, dass in mir der Vater ist und ich im Vater bin.
(Tract. xlviii. 10) Der Sohn sagt nicht: Der Vater ist in Mir und Ich in Ihm, in dem Sinn, in dem Menschen, die recht denken und handeln, Ähnliches sagen könnten; das heißt, dass sie an Gottes Gnade teilhaben und von Seinem Geist erleuchtet werden. Der eingeborene Sohn Gottes ist im Vater und der Vater in Ihm, wie ein Gleicher in einem Gleichen.