Origenes
Catena Aurea · Johannesevangelium 1
29 Am folgenden Tag sah er Jesus auf sich zukommen und sagte: Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt. 30 Er ist es, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der mir voraus ist, weil er vor mir war. 31 Auch ich kannte ihn nicht. Aber um Israel mit ihm bekannt zu machen, deshalb bin ich gekommen und taufe mit Wasser.
(tom. vi. c. 30) Nach diesem Zeugnis wird Jesus gesehen, wie Er zu Johannes kommt, nicht nur beharrlich in seinem Bekenntnis, sondern auch fortgeschritten in Güte; wie durch den zweiten Tag angedeutet wird. Daher heißt es: Am nächsten Tag sieht Johannes Jesus zu sich kommen. Lange zuvor war die Mutter Jesu, sobald sie Ihn empfangen hatte, hingegangen, um die damals schwangere Mutter des Johannes zu besuchen; und sobald der Klang des Grußes Marias die Ohren der Elisabeth erreichte, hüpfte Johannes im Mutterleib; aber jetzt sieht der Täufer selbst nach seinem Zeugnis Jesus kommen. Die Menschen werden zuerst durch Hören von anderen vorbereitet und sehen dann mit eigenen Augen. Das Beispiel Marias, die zu Elisabeth, ihrer Geringeren, ging, und des Sohnes Gottes, der zum Täufer ging, sollte uns Bescheidenheit und inbrünstige Nächstenliebe gegenüber unseren Geringeren lehren. Aus welchem Ort der Erlöser kam, als Er zum Täufer kam, wird uns hier nicht gesagt; aber wir finden es bei Matthäus: Da kommt Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen. (Matthäus 3,13)