
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Johannesevangelium 1
18 Niemand hat Gott jemals gesehen. Der Einzige, der Gott ist und an der Brust des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.
(Hom. xv. [xiv.] 2.) Er fügt hinzu: „Der im Schoße des Vaters ist.“ Im Schoße zu wohnen ist viel mehr als einfach zu sehen. Denn wer einfach sieht, hat nicht die Erkenntnis dessen, was er sieht, vollständig; wer aber im Schoße wohnt, kennt alles. Wenn du also hörst, dass niemand den Vater kennt außer dem Sohn, so nimm keineswegs an, dass er den Vater nur mehr als jeder andere kennt und ihn nicht vollständig kennt. Denn der Evangelist stellt gerade deshalb sein Wohnen im Schoße des Vaters dar: nämlich um uns den innigen Verkehr des Eingeborenen und seine Gleichewigkeit mit dem Vater zu zeigen.