
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Johannesevangelium 1
14 Und das Wort ist Fleisch geworden / und hat unter uns gewohntund wir haben seine Herrlichkeit geschaut, / eine Herrlichkeit, wie sie der einzige Sohn vom Vater hat, / voll Gnade und Wahrheit.
(Hom. xi. [x.] 1) Oder so: Nachdem er gesagt hat, dass sie aus Gott geboren sind, die ihn aufnahmen, legt er den Grund dieser Ehre dar, nämlich dass das Wort Fleisch geworden ist, dass Gottes eigener Sohn zum Menschensohn gemacht wurde, damit er die Menschensöhne zu Söhnen Gottes mache. Wenn du nun hörst, dass das Wort Fleisch geworden ist, so sei nicht beunruhigt, denn es hat nicht seine Substanz in Fleisch verwandelt, was man freilich für gottlos halten müsste; sondern es blieb, was es war, und nahm die Gestalt eines Knechtes an. Da es aber einige gibt, die sagen, die ganze Menschwerdung sei nur dem Scheine nach geschehen, so gebrauchte er, um solche Lästerung zu widerlegen, den Ausdruck „ist geworden“, um damit nicht eine Verwandlung der Substanz, sondern eine Annahme wirklichen Fleisches darzustellen. Wenn sie aber sagen: Gott ist allmächtig; warum konnte er dann nicht in Fleisch verwandelt werden? – so antworten wir, dass eine Veränderung von einer unveränderlichen Natur ein Widerspruch ist.