
Hilarius von Poitiers
Catena Aurea · Matthäusevangelium 9
36 Als er die Volksscharen sah, wurde er von Mitleid ergriffen; denn sie waren geschunden und preisgegeben wie Schafe, die keinen Hirten haben. 37 Da sagte er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. 38 Bittet daher den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte zu schicken.
Figürlich: Als das Heil den Heiden gegeben wurde, da wurden alle Städte und Orte durch die Kraft und das Kommen Christi erleuchtet und entgingen jeder früheren Krankheit und Schwäche. Der Herr erbarmt sich des Volkes, das von der Gewalt des unreinen Geistes geplagt und unter der Last des Gesetzes krank ist und keinen Hirten zur Hand hat, der ihm die Obhut des Heiligen Geistes verleiht. Aber von jener Gabe gab es eine überaus reiche Frucht, deren Fülle die Menge derer, die davon tranken, weit übertraf; wie viele auch davon nehmen, so bleibt doch ein unerschöpflicher Vorrat; und weil es nützlich ist, dass viele sie austeilen, befiehlt Er uns, den Herrn der Ernte zu bitten, dass Gott einen Vorrat an Schnittern für den Dienst jener Gabe des Heiligen Geistes bereitstelle, die vorbereitet war; denn durch das Gebet wird diese Gabe von Gott über uns ausgegossen.