
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 9
36 Als er die Volksscharen sah, wurde er von Mitleid ergriffen; denn sie waren geschunden und preisgegeben wie Schafe, die keinen Hirten haben. 37 Da sagte er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. 38 Bittet daher den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte zu schicken.
Der Herr wollte durch Taten den Vorwurf der Pharisäer widerlegen, die sagten: Er treibt die Dämonen durch den Fürsten der Dämonen aus; denn ein Dämon, der Zurechtweisung erfahren hat, vergilt denen, die ihm keine Ehre erwiesen haben, nicht Gutes, sondern Böses. Der Herr hingegen, obwohl er Lästerung und Schmähung erlitten hat, bestraft nicht nur nicht, sondern spricht nicht einmal ein hartes Wort, ja er erweist denen, die es taten, Freundlichkeit, wie hier folgt: Und Jesus zog umher in allen ihren Städten und Dörfern. Darin lehrt er uns, denen, die uns anklagen, nicht mit Anklagen zu begegnen, sondern mit Güte. Denn wer wegen einer Anklage aufhört, Gutes zu tun, zeigt, dass sein Gutes um der Menschen willen geschehen ist. Wenn du aber um Gottes willen deinen Mitknechten Gutes tust, wirst du nicht aufhören, Gutes zu tun, was immer sie auch tun, damit dein Lohn größer sei.