
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 9
23 Als Jesus in das Haus des Synagogenvorstehers kam und die Flötenspieler und die lärmende Menge sah, 24 sagte er: Geht weg, das Mädchen ist nicht tot, sondern es schläft. Da verlachten sie ihn. 25 Nachdem die Menge hinausgetrieben war, trat er hinein und ergriff ihre Hand. Da stand das Mädchen auf. 26 Die Nachricht davon verbreitete sich in der ganzen Gegend.
Mit diesen Worten besänftigt Er die Gemüter der Anwesenden und zeigt, dass es für Ihn leicht ist, die Toten zu erwecken; Ähnliches tat Er im Falle des Lazarus: Unser Freund Lazarus schläft. (Joh 11,11.) Dies war auch eine Lehre für sie, den Tod nicht zu fürchten; da Er selbst auch sterben sollte, ließ Er seine Jünger an den Personen anderer Vertrauen und geduldiges Ertragen des Todes lernen. Denn als Er nahe war, war der Tod nur wie ein Schlaf. Als Er dies gesagt hatte, verspotteten sie ihn. Und Er tadelte ihren Spott nicht; damit dieser Spott, die Flöten und all das andere ein Beweis ihres Todes sei. Denn oft bei seinen Wundern, wenn die Menschen nicht glauben wollten, überführte Er sie durch ihre eigenen Antworten; wie im Falle des Lazarus, als Er sagte: Wo habt ihr ihn hingelegt? so dass die, welche antworteten: Komm und sieh, und: Er stinkt schon, denn er ist nun vier Tage tot, nicht länger leugnen konnten, dass Er einen Toten erweckt hatte.