Remigius von Auxerre
Catena Aurea · Matthäusevangelium 9
18 Während er so zu ihnen redete, kam ein Synagogenvorsteher, fiel vor ihm nieder und sagte: Meine Tochter ist soeben gestorben. Aber komm und leg ihr deine Hand auf, dann wird sie leben. 19 Jesus stand auf und folgte ihm mit seinen Jüngern. 20 Da trat eine Frau, die seit zwölf Jahren an Blutungen litt, von hinten an ihn heran und berührte den Zipfel seines Gewandes. 21 Denn sie dachte: Wenn ich nur sein Gewand berühre, werde ich geheilt. 22 Jesus aber wandte sich um, sah sie und sagte: Mut, meine Tochter, dein Glaube hat dir Heilung gebracht. Von jener Stunde an war die Frau geheilt.
Darin ist ihre Demut zu loben, dass sie nicht vor sein Angesicht trat, sondern von hinten, und sich für unwürdig hielt, die Füße des Herrn zu berühren, ja sie berührte nicht sein ganzes Gewand, sondern nur die Quaste; denn der Herr trug eine Quaste nach dem Gebot des Gesetzes. So trugen auch die Pharisäer Quasten, die sie groß machten, und in einige flochten sie Dornen. Aber die Quaste des Herrn war nicht gemacht, um zu verwunden, sondern um zu heilen, und daher folgt: Denn sie sagte bei sich selbst: Wenn ich nur sein Gewand berühren kann, werde ich geheilt werden. Wie wunderbar ihr Glaube, dass sie, obwohl sie an der Gesundheit von den Ärzten verzweifelte, bei denen sie dennoch ihr ganzes Vermögen aufgebraucht hatte, erkannte, dass ein himmlischer Arzt nahe war, und daher ihre ganze Seele auf ihn richtete; daher verdiente sie geheilt zu werden; Aber Jesus wandte sich um, sah sie und sprach: Sei getrost, Tochter, dein Glaube hat dich geheilt.