
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 9
14 Da traten die Jünger des Johannes an ihn heran mit der Frage: Warum fasten wir und die Pharisäer, deine Jünger aber fasten nicht? 15 Jesus antwortete ihnen: Können die Hochzeitsgäste trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam genommen sein. Dann werden sie fasten. 16 Niemand setzt ein Stück neues Tuch auf ein altes Kleid; denn der Flicken reißt vom Kleid ab und der Riss wird noch schlimmer. 17 Auch füllt man nicht neuen Wein in alte Schläuche. Sonst zerreißen die Schläuche, der Wein läuft aus und die Schläuche sind verdorben. Neuen Wein füllt man in neue Schläuche, dann bleiben beide erhalten.
(De Cons. Ev. ii. 27.) Dass Matthäus hier trauern schreibt, wo Markus und Lukas fasten schreiben, zeigt, dass der Herr von jener Art des Fastens sprach, die zur Demütigung in Züchtigung gehört; wie in den folgenden Vergleichen angenommen werden kann, dass er von der anderen Art sprach, die zur Freude eines in geistliche Gedanken versenkten und daher von der Nahrung des Leibes abgewandten Geistes gehört; er zeigt, dass diejenigen, die mit dem Leib beschäftigt sind und deshalb ihre früheren Begierden behalten, für diese Art des Fastens nicht geeignet sind.