Remigius von Auxerre
Catena Aurea · Matthäusevangelium 9
14 Da traten die Jünger des Johannes an ihn heran mit der Frage: Warum fasten wir und die Pharisäer, deine Jünger aber fasten nicht? 15 Jesus antwortete ihnen: Können die Hochzeitsgäste trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam genommen sein. Dann werden sie fasten. 16 Niemand setzt ein Stück neues Tuch auf ein altes Kleid; denn der Flicken reißt vom Kleid ab und der Riss wird noch schlimmer. 17 Auch füllt man nicht neuen Wein in alte Schläuche. Sonst zerreißen die Schläuche, der Wein läuft aus und die Schläuche sind verdorben. Neuen Wein füllt man in neue Schläuche, dann bleiben beide erhalten.
Mit dem alten Gewand meint er seine Jünger, die noch nicht in allen Dingen erneuert waren. Der Flicken aus ungewalktem, das heißt neuem Tuch, bedeutet die neue Gnade, das heißt die Lehre des Evangeliums, zu der auch das Fasten gehört; und es war nicht angemessen, ihnen die strengeren Fastenvorschriften anzuvertrauen, damit sie nicht durch deren Strenge zerbrochen würden und den Glauben verlören, den sie hatten; wie er hinzufügt: Er nimmt dem Gewand seine Ganzheit, und der Riss wird schlimmer.