
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 9
14 Da traten die Jünger des Johannes an ihn heran mit der Frage: Warum fasten wir und die Pharisäer, deine Jünger aber fasten nicht? 15 Jesus antwortete ihnen: Können die Hochzeitsgäste trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam genommen sein. Dann werden sie fasten. 16 Niemand setzt ein Stück neues Tuch auf ein altes Kleid; denn der Flicken reißt vom Kleid ab und der Riss wird noch schlimmer. 17 Auch füllt man nicht neuen Wein in alte Schläuche. Sonst zerreißen die Schläuche, der Wein läuft aus und die Schläuche sind verdorben. Neuen Wein füllt man in neue Schläuche, dann bleiben beide erhalten.
Oder; Lukas berichtet, dass die Pharisäer, Matthäus aber, dass die Jünger des Johannes so sprachen, weil die Pharisäer sie mitgenommen hatten, um die Frage zu stellen, wie sie es später mit den Herodianern taten. Beachte, wie er, als Fremde, wie zuvor die Zöllner, verteidigt werden sollten, diejenigen schwer beschuldigt, die sie tadelten; als sie aber eine Anklage gegen seine Jünger vorbrachten, antwortet er mit Milde. Und Jesus sprach zu ihnen: Können die Kinder des Bräutigams trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Zuvor hatte er sich selbst Arzt genannt, jetzt Bräutigam, wobei er sich an die Worte des Johannes erinnerte, die er gesagt hatte: Wer die Braut hat, ist der Bräutigam. (Joh 3,29.)