
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 9
9 Als Jesus weiterging, sah er einen Mann namens Matthäus am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir! Da stand er auf und folgte ihm nach. 10 Als er in seinem Haus zu Tisch lag, kamen viele Zöllner und Sünder und legten sich mit Jesus und seinen Jüngern zu Tisch. 11 Als die Pharisäer das sahen, sagten sie zu seinen Jüngern: Warum isst euer Meister mit Zöllnern und Sündern? 12 Er aber hörte es und sagte: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. 13 Geht und lernt verstehen, was das heißt: Erbarmen will ich und nicht Opfer. Denn ich bin nicht gekommen, Gerechte zu berufen, sondern Sünder.
Daher können wir annehmen, dass er ironisch spricht, wie wenn gesagt wird: Siehe, nun ist Adam geworden wie einer von uns. (Gen. 3:22.) Denn dass keiner auf Erden gerecht ist, zeigt Paulus: Alle haben gesündigt und bedürfen der Herrlichkeit Gottes. (Röm. 3:23.) Mit diesem Wort tröstete er auch die Berufenen; als hätte er gesagt: So weit bin ich davon entfernt, Sünder zu verabscheuen, dass ich nur um ihretwillen gekommen bin.