
Hilarius von Poitiers
Catena Aurea · Matthäusevangelium 9
1 Er stieg in das Boot, fuhr hinüber und kam in seine Stadt. 2 Da brachten sie ihm einen Gelähmten, der auf einem Bett lag. Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: Mut, mein Kind, deine Sünden sind dir vergeben. 3 Da dachten einige Schriftgelehrte: Der lästert. 4 Da Jesus ihre Gedanken kannte, sagte er: Warum denkt ihr Böses in eueren Herzen? 5 Was ist denn leichter, zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben, oder zu sagen: Steh auf und geh umher? 6 Damit ihr aber wisst, dass der Menschensohn Macht hat, auf der Erde Sünden zu vergeben -- sagte er zu dem Gelähmten: Steh auf, nimm dein Bett und geh heim! 7 Und er stand auf und ging heim. 8 Als das die Volksscharen sahen, fürchteten sie sich und priesen Gott, der den Menschen solche Vollmacht gegeben hat.
In diesem Gelähmten wird die ganze heidnische Welt zur Heilung dargebracht; er wird daher durch den Dienst der Engel herbeigebracht; er wird Sohn genannt, weil er Gottes Werk ist; die Sünden seiner Seele, die das Gesetz nicht nachlassen konnte, werden ihm nachgelassen; denn allein der Glaube rechtfertigt. Schließlich zeigt er die Kraft der Auferstehung, indem er sein Bett aufnimmt, und lehrt, dass dann alle Krankheit im Leibe nicht mehr gefunden wird.