
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 8
28 Als er an das andere Ufer in das Land der Gadarener gekommen war, traten ihm zwei Besessene entgegen, die aus den Grabhöhlen herauskamen. Sie waren sehr gefährlich, sodass niemand diesen Weg benutzen konnte. 29 Sie schrien: Was haben wir mit dir zu tun, Sohn Gottes? Bist du hierher gekommen, um uns vor der Zeit zu quälen? 30 Nun weidete in einiger Entfernung von ihnen eine große Schweineherde. 31 Da baten ihn die Dämonen: Wenn du uns austreibst, so schick uns in die Schweineherde. 32 Er sagte zu ihnen: Fort mit euch! Da fuhren sie aus und fuhren in die Schweine. Und die ganze Herde raste den Abhang hinab in den See und kam im Wasser um. 33 Die Hirten aber flohen, liefen in die Stadt und berichteten alles, auch das mit den Besessenen. 34 Da zog die ganze Stadt hinaus, Jesus entgegen, und als sie ihn sahen, baten sie ihn, ihr Gebiet zu verlassen.
Oder: Lukas und Markus zogen es vor, von einem zu sprechen, der schwerer geplagt war; daher fügen sie auch eine weitere Beschreibung seines Unglücks hinzu; Lukas sagt, dass er seine Fesseln zerbrach und in die Wüste getrieben wurde; Markus erzählt, dass er sich oft mit Steinen schnitt. Aber keiner von ihnen sagt, dass es nur einer war, was Matthäus widersprechen würde. Was hinzugefügt wird, dass sie von den Gräbern kamen, spielt auf eine schädliche Meinung an, dass die Seelen der Toten zu Dämonen werden. So pflegen viele Wahrsager Kinder zu töten, damit sie deren Seelen zur Mitarbeit haben; und auch Besessene schreien oft: Ich bin der Geist des und des. Aber es ist nicht die Seele des Toten, die dann schreit, der Dämon nimmt seine Stimme an, um die Hörer zu täuschen. Denn wenn die Seele eines Toten die Macht hätte, in den Körper eines anderen einzudringen, könnte sie viel eher in ihren eigenen eindringen. Und es ist unvernünftiger anzunehmen, dass eine Seele, die Grausamkeit erlitten hat, mit dem zusammenwirken sollte, der ihr Schaden zugefügt hat, oder dass ein Mensch die Macht hätte, ein körperloses Wesen in eine andere Art von Substanz zu verwandeln, wie eine menschliche Seele in die Substanz eines Dämons. Denn selbst bei einem materiellen Körper übersteigt dies menschliche Macht; so kann zum Beispiel kein Mensch den Körper eines Menschen in den eines Esels verwandeln. Und es ist nicht vernünftig zu denken, dass ein körperloser Geist auf der Erde umherwandert. Die Seelen der Gerechten sind in der Hand Gottes (Weish. 3,1.), daher müssen es auch die von kleinen Kindern sein, da sie nicht böse sind. Und die Seelen der Sünder werden sogleich von hier fortgebracht, wie aus Lazarus und dem reichen Mann klar wird. Weil niemand sie wegen ihrer Wildheit zu Christus bringen wagte, geht Christus zu ihnen. Ihre Wildheit wird angedeutet, wenn hinzugefügt wird: Überaus wild, sodass niemand jenen Weg gehen konnte. So fanden die, welche alle anderen am Durchgang hinderten, nun einen, der ihnen im Weg stand. Denn sie wurden auf unsichtbare Weise gequält und litten Unerträgliches allein durch die Gegenwart Christi. Und siehe, sie schrien und sprachen: Was haben wir mit dir zu tun, Jesus, du Sohn Davids?