
Rabanus Maurus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 8
23 Er stieg in das Boot und seine Jünger folgten ihm. 24 Da erhob sich ein gewaltiger Sturm auf dem See, sodass die Wogen das Boot zudeckten. Er aber schlief. 25 Sie traten zu ihm, weckten ihn und riefen: Herr, hilf! Wir gehen zugrunde! 26 Er aber antwortete ihnen: Was seid ihr so furchtsam, ihr Kleingläubigen? Dann stand er auf und schalt die Winde und den See und es trat große Stille ein. 27 Die Leute aber verwunderten sich und sagten: Was ist das für ein Mann, dass selbst die Winde und der See ihm gehorchen?
Andernfalls: Das Meer ist das Getümmel der Welt; das Boot, in das Christus einsteigt, ist das Holz des Kreuzes zu verstehen, mit dessen Hilfe die Gläubigen, nachdem sie die Wogen der Welt durchquert haben, in ihrem himmlischen Vaterland wie an einem sicheren Ufer ankommen, wohin Christus mit den Seinen geht; daher sagt Er weiter unten: Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. (Mt. 16,24.) Als nun Christus am Kreuz hing, entstand eine große Erschütterung, da die Gemüter Seiner Jünger bei Seinem Leiden beunruhigt wurden, und das Boot wurde von den Wellen bedeckt. Denn die ganze Wucht der Verfolgung war um das Kreuz Christi, an dem Er starb; wie es hier heißt: Aber er schlief. Sein Schlaf ist der Tod. Die Jünger wecken den Herrn, als sie über Seinen Tod beunruhigt sind; sie suchen Seine Auferstehung mit inständigen Gebeten und sagen: Rette uns, indem Du wieder auferstehst; wir gehen zugrunde durch unsere Beunruhigung über Deinen Tod. Er steht wieder auf und schilt die Härte ihrer Herzen, wie wir an anderen Stellen lesen. Er gebietet den Winden, indem Er die Macht des Teufels stürzte; Er gebot dem Meer, indem Er die Bosheit der Juden vereitelte; und es entstand eine große Stille, weil die Gemüter der Jünger beruhigt wurden, als sie Seine Auferstehung sahen.