
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 8
23 Er stieg in das Boot und seine Jünger folgten ihm. 24 Da erhob sich ein gewaltiger Sturm auf dem See, sodass die Wogen das Boot zudeckten. Er aber schlief. 25 Sie traten zu ihm, weckten ihn und riefen: Herr, hilf! Wir gehen zugrunde! 26 Er aber antwortete ihnen: Was seid ihr so furchtsam, ihr Kleingläubigen? Dann stand er auf und schalt die Winde und den See und es trat große Stille ein. 27 Die Leute aber verwunderten sich und sagten: Was ist das für ein Mann, dass selbst die Winde und der See ihm gehorchen?
Wenn jemand sagen sollte, dass dies ein Zeichen nicht geringen Glaubens war, zu Jesus zu gehen und Ihn zu wecken, so ist es vielmehr ein Zeichen dafür, dass sie keine richtige Meinung über Ihn hatten. Sie wussten, dass Er, wenn geweckt, die Wellen schelten konnte, aber sie wussten noch nicht, dass Er es auch im Schlaf tun konnte. Deshalb vollbrachte Er dieses Wunder nicht in Gegenwart der Volksmenge, damit sie nicht wegen ihres geringen Glaubens getadelt würden; sondern Er nimmt Seine Jünger beiseite, um sie zurechtzuweisen, und stillt zuerst das Toben der Wasser. Dann stand er auf und schalt die Winde und das Meer, und es entstand eine große Stille.