
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 8
14 Jesus kam in das Haus des Petrus und sah dessen Schwiegermutter fieberkrank daniederliegen. 15 Er berührte ihre Hand, und das Fieber verließ sie. Sie stand auf und bewirtete ihn.
(Hom. xxvii.) Warum ging Er in das Haus des Petrus? Ich denke, um Speise zu sich zu nehmen; denn es folgt: Und sie stand auf und diente ihnen. Denn Er blieb bei Seinen Jüngern, um ihnen Ehre zu erweisen und sie eifriger zu machen. Beachte die Ehrfurcht des Petrus gegenüber Christus; obwohl seine Schwiegermutter zu Hause fieberkrank darniederlag, drängte er Ihn doch nicht sofort dorthin, sondern wartete, bis Seine Lehre beendet war und andere geheilt waren. Denn von Anfang an war er unterwiesen, andere sich selbst vorzuziehen. Deshalb brachte er Ihn nicht einmal dorthin, sondern Christus ging von selbst hinein; in der Absicht, weil der Hauptmann gesagt hatte: Ich bin nicht würdig, dass du unter mein Dach kommst, zu zeigen, was Er einem Jünger gewährte. Und Er verschmähte es nicht, die bescheidene Hütte eines Fischers zu betreten, um uns in allem zu lehren, menschlichen Stolz mit Füßen zu treten. Manchmal heilt Er durch ein Wort, manchmal streckt Er Seine Hand aus; wie hier: Er berührte ihre Hand, und das Fieber verließ sie. Denn Er wollte nicht immer Wunder mit Demonstration überragender Macht wirken, sondern sich manchmal verbergen. Durch die Berührung ihres Körpers bannte Er nicht nur das Fieber, sondern stellte sie auch zur vollkommenen Gesundheit wieder her. Weil ihre Krankheit so war, dass die Kunst sie heilen konnte, zeigte Er Seine Macht zu heilen, indem Er tat, was die Medizin nicht tun konnte, und gab ihr sofort vollkommene Gesundheit und Stärke zurück; was durch das angedeutet wird, was der Evangelist hinzufügt: Und sie stand auf und diente ihnen.