
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 8
5 Als er nach Kafarnaum kam, trat ein Hauptmann an ihn heran mit der Bitte: 6 Herr, mein Knecht liegt gelähmt zu Hause und leidet große Qual. 7 Er sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn heilen! 8 Da antwortete der Hauptmann: Herr, ich bin nicht wert, dass du unter mein Dach trittst. Aber sprich nur ein Wort, so ist mein Knecht geheilt. 9 Denn auch ich bin ein Mann, der unter Befehlsgewalt steht, und habe Soldaten unter mir. Sage ich nun zu einem: Geh!, so geht er, und zu einem andern: Komm!, so kommt er, und zu meinem Knecht: Tu das!, so tut er es.
(ubi sup.) Matthäus beabsichtigte also, zusammenfassend alles darzustellen, was zwischen dem Hauptmann und dem Herrn vorging, was zwar durch andere geschah, aber mit der Absicht, seinen Glauben zu loben; wie der Herr sprach: Ich habe in Israel nicht so großen Glauben gefunden. Lukas hingegen hat das Ganze so erzählt, wie es geschah, damit wir gezwungen sind zu verstehen, in welchem Sinn Matthäus, der nicht irren konnte, meinte, daß der Hauptmann selbst zu Christus kam, nämlich im übertragenen Sinn durch den Glauben.