Pseudo-Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 8
5 Als er nach Kafarnaum kam, trat ein Hauptmann an ihn heran mit der Bitte: 6 Herr, mein Knecht liegt gelähmt zu Hause und leidet große Qual. 7 Er sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn heilen! 8 Da antwortete der Hauptmann: Herr, ich bin nicht wert, dass du unter mein Dach trittst. Aber sprich nur ein Wort, so ist mein Knecht geheilt. 9 Denn auch ich bin ein Mann, der unter Befehlsgewalt steht, und habe Soldaten unter mir. Sage ich nun zu einem: Geh!, so geht er, und zu einem andern: Komm!, so kommt er, und zu meinem Knecht: Tu das!, so tut er es.
Er hat hier das Geheimnis des Vaters und des Sohnes durch die geheime Eingebung des Heiligen Geistes entfaltet; gleichsam als wollte er sagen: Obwohl ich unter dem Befehl eines anderen stehe, habe ich doch Macht, denen zu befehlen, die unter mir stehen; so auch du, obwohl unter dem Befehl des Vaters, insofern du Mensch bist, hast du doch Macht über die Engel. Aber Sabellius behauptet vielleicht, um zu beweisen, dass der Sohn derselbe ist wie der Vater, dass es so zu verstehen sei: ‚Wenn ich, der ich unter Autorität stehe, doch Macht zu befehlen habe, wie viel mehr du, der du unter keiner Autorität stehst.‘ Aber die Worte lassen diese Auslegung nicht zu; denn er sagte nicht: ‚Wenn ich ein Mensch unter Autorität bin‘, sondern: ‚Denn auch ich bin ein Mensch, der unter Autorität steht‘; er zieht offensichtlich keine Unterscheidung, sondern weist auf eine Ähnlichkeit in dieser Hinsicht zwischen sich und Christus hin.