
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 8
1 Als er aber vom Berg herabstieg, folgten ihm große Volksscharen. 2 Da kam ein Aussätziger, fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, wenn du willst, kannst du mich rein machen. 3 Da streckte er seine Hand aus, berührte ihn und sagte: Ich will; sei rein! Sofort wurde er von seinem Aussatz rein. 4 Da sagte Jesus zu ihm: Hüte dich, es jemand zu sagen, sondern geh, zeige dich dem Priester und bringe die Gabe dar, die Mose vorgeschrieben hat, zum Zeugnis für sie.
Jesus, als Er seinen Leib heilte, gebietet ihm, niemandem zu sagen; Jesus spricht zu ihm: „Siehe zu, sage es niemandem.“ Manche sagen, Er gab dieses Gebot, damit sie nicht aus Bosheit seine Heilung bezweifelten. Aber das ist töricht gesagt, denn Er heilte ihn nicht so, dass seine Reinheit in Frage gestellt würde; sondern Er gebietet ihm, niemandem zu sagen, um zu lehren, dass Er nicht Prahlerei und Ruhm liebt. Wie kommt es dann, dass Er einem anderen, den Er geheilt hatte, gebietet, hinzugehen und es zu erzählen? Was Er dort lehrte, war nur, dass wir ein dankbares Herz haben sollen; denn Er befiehlt nicht, dass es verbreitet werde, sondern dass Gott die Ehre gegeben werde. (Markus 5:19.) Er lehrt uns also durch diesen Aussätzigen, nicht nach eitler Ehre zu streben; durch den anderen, nicht undankbar zu sein, sondern alles zum Lob Gottes zu beziehen.