Haymo von Halberstadt
Catena Aurea · Matthäusevangelium 8
1 Als er aber vom Berg herabstieg, folgten ihm große Volksscharen. 2 Da kam ein Aussätziger, fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, wenn du willst, kannst du mich rein machen. 3 Da streckte er seine Hand aus, berührte ihn und sagte: Ich will; sei rein! Sofort wurde er von seinem Aussatz rein. 4 Da sagte Jesus zu ihm: Hüte dich, es jemand zu sagen, sondern geh, zeige dich dem Priester und bringe die Gabe dar, die Mose vorgeschrieben hat, zum Zeugnis für sie.
Anders; Durch den Berg, auf dem der Herr saß, wird der Himmel dargestellt, wie geschrieben steht: Der Himmel ist mein Thron. (Jes. 66,1.) Aber wenn der Herr auf dem Berg sitzt, kommen nur die Jünger zu Ihm; denn bevor Er die Gebrechlichkeit unserer menschlichen Natur annahm, war Gott nur in Judäa bekannt; (Ps. 76,1.) aber als Er von der Höhe seiner Gottheit herabkam und die Gebrechlichkeit unserer menschlichen Natur annahm, folgte Ihm eine große Menge der Heiden. Hierin wird denen, die lehren, gezeigt, dass ihre Rede so geregelt sein soll, dass sie, wie sie sehen, dass jeder Mensch aufnehmen kann, so das Wort Gottes sprechen. Denn die Lehrer steigen auf den Berg, wenn sie den Vollkommenen die vortrefflicheren Vorschriften zeigen; sie steigen vom Berg herab, wenn sie den Schwachen die geringeren Vorschriften zeigen.